Das verlorene Testament

In seiner Entscheidung vom 02. Dezember 2016 hatte sich das OLG Köln (Az.: 2 Wx 550/16) mit der Frage der Wirksamkeit eines nicht mehr auffindbaren Testamentes auseinanderzusetzen.

Die Parteien hatten sich in der der Entscheidung zu Grunde liegenden Auseinandersetzung über die Erteilung eines Erbscheins gestritten und die Frage, welches von zahlreichen von der Erblasserin hinterlassenen Testamenten letztlich für die Erteilung des Erbscheins maßgeblich ist. Gegenstand der Auseinandersetzung war auch ein Testament, das auf den 26.04.2016 datierte, welches aber lediglich als Kopie, nicht aber im Original vorgelegt werden konnte.

Das Gericht gelangte in seiner Entscheidung zu dem Ergebnis, dass ein nicht mehr auffindbares Testament nicht allein aus diesem Grund als ungültig anzusehen sei. Vielmehr bestehe selbst im Falle der Unauffindbarkeit eines Testamentes keine generelle Vermutung dafür, dass dieses vom Erblasser vernichtet worden und deshalb gemäß § 2255 BGB als widerrufen angesehen sei.

Demnach könne auch die Kopie eines Originaltestamentes als Nachweis für die gültige letztwillige Verfügung des Erblassers bzw. der Erblasserin ausreichen, wenn mit dieser Kopie eine formgerechte Errichtung des Originaltestamentes nachgewiesen werden kann. Der entsprechende Beweis muss dabei durch jenen geführt werden, der sich auf das im Original unauffindbare Testament beruft. Ebenso müssen Umstände dargelegt werden, welche auf eine Fortgeltung des fehlenden Originaltestamentes schließen lassen.

Fazit:
Damit hat das OLG Köln erneut bestätigt, dass auch nicht mehr im Original auffindbare Testamente noch Rechtskraft entfalten können, wenn es dem sich auf dieses Berufenden gelingt, die wirksame Errichtung dessen wie auch den Willen des Erblassers, dass dieses trotz seiner Unauffindbarkeit fortgelten soll zu beweisen.